Die Haut
Unsere äußere Schutzhülle mit vielseitigen Funktionen
Die Haut (lat.: cutis) ist unser größtes und schwerstes Organ. Sie wiegt bis zu 10 kg und kann bis zu 2 m² groß und bis zu 4 mm dick sein. Ihre Hauptaufgabe ist die Abgrenzung unseres Körpers zur Außenwelt. Sie schützt uns vor Umwelteinflüssen durch verschiedene Anpassungsmechanismen und bewahrt das innere Gleichgewicht des Organismus mit seinen komplexen Aufgaben und Prozessen. Die Haut ist auch bei der Ausschüttung von verschiedenen Botenstoffen im Körper beteiligt. Zudem spiegelt sie unseren Seelenzustand wider, denn jedes Ungleichgewicht, sowohl innerlich als auch äußerlich, wird sichtbar.
Anatomie
Der Aufbau der Haut
Die Haut gliedert sich in drei Hauptschichten:
- Oberhaut (lat.: epidermis)
- Lederhaut (lat.: corium)
- Unterhaut (lat.: subcutis)
Die Oberhaut ist ein sogenanntes Epithelgewebe, das sich aus mehreren Zellschichten zusammensetzt. Es besteht aus der Hornschicht, Glanzschicht, Körnerzellschicht, Stachelzellschicht und Basalzellschicht. Auf der Basalmembran befinden sich die pigmentbildenden Zellen, die sogenannten Melanozyten. Diese Zellen werden ständig erneuert, abgestoßen und verhornen die Hautoberfläche. Die Oberhaut ist 0,03 bis 0,05 mm dünn. Die Handinnenflächen und Fußsohlen sind mit bis zu 4 mm etwas dicker.
Die Lederhaut besteht primär aus Bindegewebsfasern und einer flüssigen Substanz mit kollagenen und elastischen Fasern. Diese Hautschicht dient zur Verankerung der Oberhaut und bestimmt die Spannung und Elastizität. Zwischen Oberhaut und Lederhaut befindet sich ein Blutgefäßsystem, das für die Ernährung der Haut verantwortlich ist, sowie für die Temperaturregelung. Zudem befinden sich in der Lederhaut die Nervenbahnen und der Ursprung der Talg- und Schweißdrüsen. Auch die Lymphkapillaren beginnen hier und dienen hauptsächlich dem Abtransport der Stoffwechselendprodukte (Schlackenstoffe). Die Lederhaut ist etwa 1-1,5 mm dünn.
Die Unterhaut dient als Unterlage für die darüberliegenden Hautschichten. Als Verbinde- und Verschiebeschicht besteht sie aus lockerem Bindegewebe sowie Fett. Sie versorgt durch ihre größeren Blutgefäße und ihre Nerven die Ober- und Lederhaut. In dieser Hautschicht befinden sich außerdem Sinneszellen und sogenannte Lamellenkörperchen zur Aufnahme von Druckveränderungen und mechanischen Vibrationen. Die Dicke der Unterhaut hängt von verschiedenen Faktoren, wie Geschlecht, Alter, Körperregion oder Bewegung ab. Sie schützt die inneren Organe, wärmt den Körper, dient als Nährstoffspeicher und ist wichtig für den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Die Struktur des Unterhautfettgewebes einer Frau unterscheidet sich von dem eines Mannes (Cellulite).
Weitere Besonderheiten der Haut sind die Hautanhangsgebilde, wie Haare, Nägel, Schweißdrüsen und die Milchdrüsen. Sie sind umgeben von der sogenannten Felderhaut, die somit den größten Anteil der Haut ausmachen. Sie ist empfindlich und weist feine Längs- und Querfurchen auf, die sich im Alter verändern. Die Leistenhaut befindet sich an den Fingern, der Handinnenseite und der Fußsohle. Sie enthält viele Schweißdrüsen und feine „Hautleisten“ (Papillarlinien) in der Oberhaut, die genetisch festgelegt sind und beispielsweise bei einem Fingerabdruck sichtbar werden. Sie ist sehr empfindlich und besitzt ein hohes Tastvermögen.
Physiologie
Die Funktionen der Haut
Die Haut bewahrt den Körper vor mechanischen Einflüssen, wie Reibung, Druck, Schlag oder Zerrung.
Auf der Oberhaut befindet sich eine feine Schutzschicht aus Schweiß und Talg - der Hydrolipidmantel. Er verhindert den Feuchtigkeits- und Fettverlust der Haut sowie das Eindringen von Krankheitserregern und Fremdsubstanzen. Außerdem ist er ist mit natürlichen Mikroorganismen besiedelt, die der Haut nützlich sind. Sie „verteidigen“ ihr Gebiet gegenüber „Eindringlingen“ und wandeln Hautfette in Fettsäuren um. Durch diese Umwandlung entsteht der Säureschutzmantel, der u.a. aus Hyaluronsäure, Milchsäure und Aminosäure besteht. Der pH-Wert der Hautoberfläche liegt bei 4-6, also leicht sauer. Bei einer intakten Hautoberfläche können hautschädigende Laugen neutralisiert werden und ebenfalls das Wachstum von Keimen und Krankheitserregern gehemmt werden.
Für den Wärmehaushalt des Körpers ist die Haut verantwortlich. Bei einer Überhitzung wird die Wärme über die Blutgefäße abgeführt und die Schweißproduktion angeregt. Diese Feuchtigkeit auf der Haut verdunstet, um den Körper zu kühlen. Um wiederum Wärme zu speichern, ziehen sich die Gefäße zusammen und die Haare stellen sich als „Haarkleid“ auf. Entscheidend hierbei ist die Stärke der Behaarung und auch die Dicke des Unterhautfettgewebes.
Der körpereigene Lichtschutz besteht aus verschiedenen physiologischen Gegebenheiten. Die sogenannte Urocaninsäure gelangt durch den Schweiß verbunden mit einer Säure an die Hautoberfläche und schützt im geringen Maß vor UV-Strahlung.
Bei dauerhafter Sonneneinstrahlung verdickt sich die Hornschicht und es entsteht eine Lichtschwiele, die die UV-Strahlung besser absorbieren kann. Außerdem wird die Produktion des Melanins, das hauteigene Pigment, angeregt. Dies besitzt die Fähigkeit die UV-Strahlung zu absorbieren und zu reflektieren, um die genetischen Informationen im Zellkern zu schützen.
Für eine Aufnahme, Verarbeitung, Speicherung und Ausscheidung von Stoffen ist die Haut ebenfalls verantwortlich (Stoffwechselfunktion). Generell können Stoffe nur aufgenommen werden, wenn die Haut entweder gut vorbereitet ist (z.B. nach einem Peeling) oder die Größe der Moleküle passt, damit diese sich in der Haut anlagern können. Außerdem ist es entscheidend, ob ein Stoff fest, flüssig, wasser- oder fettlöslich ist. Die Aufnahme von Vitamin D erfolgt durch die Synthese über die Haut während der Sonnenbestrahlung und stellt somit eine Sonderform dar. Wasser, Hormone, Fett und Blut sind Stoffe, die in der Haut verarbeitet und gespeichert werden. Wasser, Talg, Salze, Harnstoffe, Fett und Gase sind Stoffe, die wiederum ausgeschieden werden.
Die Haut dient als Kontakt- und Sinnesorgan mit ihrem gut ausgebildeten Nervennetz. Am Ende jeder Nervenfaser befindet sich ein Rezeptor. Es gibt die Schmerzrezeptoren, Druckrezeptoren, Thermorezeptoren (Kälte- und Wärmerezeptoren), Dehnungsrezeptoren, Tastrezeptoren und die Haarfollikelrezeptoren. Damit kann die Haut verschiedene Reize aufnehmen und der Körper diese wahrnehmen.
Der Hautzustand
Der Hauttyp und somit die Beschaffenheit der Haut eines Menschen ist genetisch bedingt. Der Zustand der Haut kann sich im Laufe des Lebens durch verschiedene Faktoren, wie Luft, Licht oder Temperaturwechsel sowie hormonelle Schwankungen während der Pubertät oder Schwangerschaft ändern. Auch Erkrankungen und Ernährungsweisen spielen hierbei eine wichtige Rolle und können die Bedürfnisse der Haut beeinflussen. Ab etwa 25 Jahren fängt die Haut an, biologisch zu altern und das Wasserbindevermögen lässt nach. Durch den Verlust der Spannkraft und Elastizität ergeben sich langfristig sichtbare Spuren der Alterung.
Die normale Haut
Die fett- und feuchtigkeitsarme Haut (Sebostase)
Die fettige, feuchtigkeitsarme Haut (Seborrhoe sicca)
Die fettige, feuchtigkeitsreiche Haut (Seborrhoe oleosa)
Die unreine Haut
Die Mischhaut
Die empfindliche Haut
Die gefäßlabile Haut
Die reife/anspruchsvolle Haut
Die Altershaut
Durch die Verwendung von Naturkosmetikprodukten wird auf die Bedürfnisse dieser Hautzustände eingegangen. Die wirksamen Inhaltsstoffe dringen hauptsächlich in die Oberhaut (Epidermis) ein. Sie dienen dazu, die Hautfunktionen auf natürliche Weise zu unterstützen, um eine Selbstregulierung hervorzurufen. Ziel ist es, die Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen, sie zu stärken und sie vor Schädigungen durch Umwelteinflüsse zu bewahren. Übergänge zu krankhaften Veränderungen der Haut (Anomalien) können so verhindert werden. Zudem beugt eine regelmäßige, individuelle Hautpflege einer vorzeitigen Hautalterung vor, so dass die Haut geschmeidig und elastisch bleibt.
Wellness im Badezimmer
Die Gesichts- und Körperpflege mit Naturkosmetikprodukten dient mehr als nur der täglichen Routine im Badezimmer. Sie fördert das Wohlbefinden, unterstützt die Gesundheit und steigert die Lebensqualität - Körper, Geist und Seele werden verwöhnt. Die Vielzahl an „Fertigprodukten“ ermöglicht jedem zu jeder Zeit, etwas für sich zu tun. Trotz aller Hektik in der Früh oder während der Entspannungszeit am Abend. Für dieses Wellness-Programm sollte man eine sorgfältige Auswahl an hochwertigen Produkten treffen, die zu einem passen. Hierbei gilt - weniger ist mehr! Auch bei der Verwendung von reichhaltigen Cremes und Ölen sollte man es nicht übertreiben, damit die Haut sich weiterhin selbst regenerieren kann. Ein zeitlich begrenzter Verzicht kann die Haut ebenso gut in ihrer Selbstregulierung unterstützen.