April 2025

Fühlst du dich wohl in deiner Haut?

Teil 2

Lerne deine äußere Schutzhülle näher kennen.

Die Haut (lat.: cutis) ist unser größtes und schwerstes Organ, das als Abgrenzung unseres Körpers zur Außenwelt dient. Jegliche Art von Umwelteinflüssen und unser täglicher Umgang mit ihr, insbesondere die Reinigung und Pflege, beeinflusst ihre Anpassungsfähigkeit und Funktionen. Der folgende Einblick in die Anatomie und Physiologie unserer Haut erklärt den Aufbau der Hautschichten und verdeutlicht die Wichtigkeit ihrer komplexen Aufgaben und Prozesse für unseren Organismus.

Die Hautschichten gliedern sich in 3 Hauptschichten: Unterhaut (lat.: subcutis), Lederhaut (lat.: corium) und Oberhaut (lat.: epidermis).

Die Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe sowie Fett und dient als Verbinde- und Verschiebeschicht für die darüberliegenden Hautschichten. Hier befinden sich größere Blutgefäße und Nerven, die die Ober- und Lederhaut versorgen sowie Sinneszellen, die Druckveränderungen und mechanische Vibrationen wahrnehmen. Die Dicke der Unterhaut variiert je nach Geschlecht, Alter, Körperregion oder Bewegung. Sie schützt die inneren Organe, wärmt den Körper, dient als Nährstoffspeicher und ist wichtig für den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Die Struktur des Unterhautfettgewebes einer Frau unterscheidet sich von dem eines Mannes (Cellulite).

Die Lederhaut besteht hauptsächlich aus Bindegewebsfasern sowie kollagenen und elastischen Fasern. Diese Hautschicht dient zur Verankerung der Oberhaut und bestimmt die Spannung und Elastizität. Dazwischen befindet sich ein Blutgefäßsystem, das für die Ernährung der Haut und die Temperaturregelung verantwortlich ist. Zudem befinden sich in der Lederhaut die Nervenbahnen, der Ursprung der Talg- und Schweißdrüsen und die Lymphkapillare, die vorrangig dem Abtransport der Stoffwechselendprodukte (Schlackenstoffe) dienen. Die Lederhaut ist etwa 1-1,5 mm dünn.

Die Oberhaut ist ein sogenanntes Epithelgewebe, das sich aus mehreren Zellschichten zusammensetzt. Die hier gebildeten Hautzellen werden ständig erneuert, abgestoßen und verhornen die Hautoberfläche. Zudem befinden sich auf der sogenannten Basalmembran die pigmentbildenden Zellen, die sogenannten Melanozyten. Die Oberhaut ist 0,03 bis 0,05 mm dünn. Die Handinnenflächen und Fußsohlen sind mit bis zu 4 mm etwas dicker.

Die Unter-, die Leder- und die Oberhaut haben folgende Funktionen und Aufgaben: 

  • Schutz vor mechanischen Einflüssen, wie Reibung, Druck, Schlag oder Zerrung. 
  • Regulierung des Wärmehaushalts: Wärme wird über die Blutgefäße abgeführt und die Schweißproduktion angeregt. Durch die Verdunstung auf der Haut, wird der Körper abgekühlt. Bei Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und die Haare stellen sich auf. Die Wärmespeicherung hängt von der Stärke der Behaarung und der Dicke des Unterhautfettgewebes ab. 
  • Schutz vor Lichteinstrahlung (im gewissen Maß): Im Schweiß enthalten ist die sogenannte Urocaninsäure, die an die Hautoberfläche gelangt und UV-Strahlung absorbiert. Ebenso wie das hauteigene Pigment Melanin, das bei dauerhafter Sonneneinstrahlung produziert wird. Es besitzt die Fähigkeit, die UV-Strahlung auch zu reflektieren, um das Erbgut in den Zellen zu schützen. Die Hornschicht verdickt sich zunehmend und es entsteht eine schützende Lichtschwiele. 
  • Aufnahme, Verarbeitung, Speicherung und Ausscheidung von Stoffen (Stoffwechselfunktion): Es können nur Stoffe aufgenommen werden, wenn die Haut gut vorbereitet ist (z.B. nach einem Peeling) oder die Größe der Moleküle passt, damit diese sich in der Haut anlagern können. Außerdem ist es entscheidend, ob ein Stoff fest, flüssig, wasser- oder fettlöslich ist. 
  • Kontakt- und Sinnesorgan: Ein gut ausgebildetes Netz aus Nerven, das am Ende jeder Nervenfaser einen Rezeptor besitzt (Schmerzrezeptoren, Druckrezeptoren, Kälte- und Wärmerezeptoren, Dehnungsrezeptoren, Tastrezeptoren und Haarfollikelrezeptoren). Die Haut kann so verschiedene Reize aufnehmen und der Körper diese wahrnehmen.


Die Oberhaut, auch Epidermis genannt, besteht aus mehreren Schichten, in denen permanent neue Hautzellen gebildet und innerhalb von 28 Tagen an die Hautoberfläche abgestoßen werden. Jede der 5 Zellschichten in der Epidermis ist bedeutend für die Hautgesundheit.

Hier eine kleine Übersicht: 

  • Die Basalzellschicht befindet sich direkt zwischen Oberhaut und Lederhaut. Auf der Basalmembran befinden sich die Basalzellen, die sich alle 24 Stunden teilen, sowie die Melanozyten (pigmentbildende Zellen), die unser Erbgut vor UV-Strahlung schützen. Hier findet die Kommunikation und der Stoffaustausch zwischen allen Zellen und Hautschichten statt. Dies spielt eine wichtige Rolle bei Entzündungsprozessen, der Wundheilung und der Immunabwehr. 
  • In der Stachelzellschicht werden die Hautzellen vermehrt und durch die Zellteilung gequetscht und hochgedrückt. Dadurch erhalten sie eine stachelartige Form, die miteinander verbunden sind und der Schicht ihren Namen geben. 
  • In der Körnerzellschicht werden die Zellen nicht mehr ernährt, sterben ab und zerfallen (verhornen). Ihre sichtbaren Körnchen enthalten u.a. Fettsäuren und Ceramide, eine Vorstufe des Keratins. Hier befindet sich auch das Abwehrsystem der Haut (allergische Reaktionen). 
  • Die Leuchtzellschicht/Glanzschicht setzt die Fette der Körnerzellen frei. Diese lagern sich hier ab und dienen als Schutz vor Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen. 
  • Die Hornschicht besteht aus abgestorbenen Zellen, die als Schuppen abgestoßen werden. Sie enthält Feuchtigkeit und Talg sowie Keratin, Lipide und Ceramide (aus den Zellresten). Der sogenannte Hydrolipidmantel verhindert den Feuchtigkeits- und Fettverlust der Haut sowie das Eindringen von Krankheitserregern und Fremdsubstanzen. Außerdem ist er ist mit natürlichen Mikroorganismen besiedelt, die ihr Gebiet gegenüber „Eindringlingen verteidigen“. Der pH-Wert der Hautoberfläche liegt bei 4-6, also leicht sauer. Bei einer intakten Hautoberfläche können hautschädigende Laugen neutralisiert werden und ebenfalls das Wachstum von Keimen und Krankheitserregern gehemmt werden.


Weitere Besonderheiten der Haut sind die Hautanhangsgebilde, wie Haare, Nägel, Schweißdrüsen und die Milchdrüsen. Sie sind umgeben von der sogenannten Felderhaut, die somit den größten Anteil der Haut ausmachen. Sie ist empfindlich und weist feine Längs- und Querfurchen auf, die sich im Alter verändern. An den Fingern, der Handinnenseite und der Fußsohle befindet sich die Leistenhaut. Sie enthält viele Schweißdrüsen und feine „Hautleisten“ (Papillarlinien) in der Oberhaut, die genetisch festgelegt sind und beispielsweise bei einem Fingerabdruck sichtbar werden.

Unsere Haut ist ein komplexes System voller Leben, das es zu pflegen und zu schützen gilt. Um ihre Anpassungsfähigkeit und Funktionen optimal zu unterstützen, ist es wichtig, bei der Verwendung von Kosmetikprodukten auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Denn eine Haut im Gleichgewicht ist widerstandsfähig und kann uns effektiv vor Schädigungen durch Umwelteinflüsse bewahren.

Die wirksamen Inhaltsstoffe eines Kosmetikprodukts dringen hauptsächlich in die Epidermis ein. Daher sollten wir besonders darauf achten, wie unser täglicher Umgang mit unserer äußeren Schutzhülle ist und für welche Körperpflegeprodukte wir uns entscheiden.

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